Scharfkantige Grate, gewaltige Türme, Verschneidungen, Überhänge, Plattenschüsse, das sind nur einige Merkmale dieses fantastischen Granitkletterberges.

Bis in die dreissiger Jahre war es ruhig um den 2981 Meter hohen Salbitschijen. 1935 gelang es drei Kletterern aus der Region Zürich den Südgrat, 1948 drei wagemutigen Entdeckern aus der Westschweiz den Westgrat in der ganzen Länge zu begehen. Für die damalige Zeit mit Hanfseilen, Hanfkletterschuhen und selbstgeschmiedeten Haken eine tolle Leistung!

Ab 1956 wurden Routen in die Plattenschüsse des Zwillingsturms und die Südwände des
Westgrates gelegt. 1970 gelang meinem Hüttenwart-Vorgänger Moses Gamma die erste Alleinbegehung des Westgrates in zwei Tagen.

Mit den neuen Hilfsmitteln wie Friends, Klemmkeilen und Bohrhaken wurden immer neue Möglichkeiten entdeckt. 1979 durchstiegen D.+ Z. Nägeli und A. Klinkert eine neue Linie am Plattenpanzer des zweiten Westgratturms, ("Hammerbruch" 7). Bis heute zählt dieser Weg zu den schönsten des ganzen Gebietes.

Ab 1987 waren die Gebrüder Remy am Salbit auf Neulandsuche, "Clock and Stock", "Jatzi", "Jimmy" und "KGB" waren die Ausbeute.

1985 gelang mir die erste Neutour, der Parallele Ostgrat, heute ein klassischer Vierer. Bis heute sind es mehr als 20 Mehrseillängen-Routen, die ich am Salbit, in den Gemsplanggen und am Meiggelengrat/ -stock erschliessen konnte. Speziell erwähnen möchte ich den Klassiker "lncredibile"; die Route beinhaltet alles, was man sich von einer modernen Kletterei wünschen kann.

Dazu kommen vier Klettergärten (Rorplatten 15 SL, 34; Seeplanggen 5 SL, 3-4; Salbit 20 SL, 4-7 und Meig-gelen 11 SL, 4-6), die sowohl Erwachsenen wie Kindern Herausforderung bieten.

Im Jahr 2006 sind weitere Neuerungen am Salbitschijen hinzugekommen.
So sind einerseits zwei Neutouren an den Südgrattürmen erschlossen worden: Ruska 6b+ und Salbitissima 6b+.
(Topo 195KB)
Andererseits gibt es einen neuen Direkt-Einstieg zum Südgrat (1 1/2 Seillängen, 5a) sowie eine neue Abseilpiste am Zwillingsturm (9*50m zwischen Licht & Schatten und Jimmy).
(Topo 67KB)

In den letzten Jahren sind fast alle klassischen Routen saniert worden, die meisten Standplätze wurden mit Klebeanker oder Bohrhaken versehen.

Ich bin überzeugt, dass es auch in Zukunft Neues zu entdecken gibt.

Ein grosses Anliegen ist es mir, dass nur an den Stellen Bohrhaken gesetzt werden, die man nicht mit anderen Hilfsmitteln absichern kann. Das Salbit-Gebiet liegt im alpinen Raum, Kreativität ist hier noch gefragt.... Ein Routendurcheinander soll vermieden werden, deshalb meine Devise: "eine neue Route, die eine schon bestehende kreuzt oder benützt, ist eine unnötige Route". Ich hoffe, dass sich viele an den nicht überbohrten Routen am Salbit messen und vergnügen können!

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